Dieses ist der sehr farbenfrohe Quilt aus der allerersten Jelly Roll, die ich je verarbeitet habe.
Der Rand ist mit einer schmalen orangen Paspel abgesetzt


Große Frage:
Was kann man mit einem verregneten Sonnabend anfangen?
Am Schreibtisch sitzen und arbeiten? Die Hempels vertreiben und Hausputz halten?
Oder die noch ziemlich neue Nähmaschine im Dauereinsatz testen?
Na, wofür habe ich mich wohl entschieden?
Natürlich für die dritte Lösung!
Lange habe ich im Internet nach einem passenden Stoff für Sets zu meinem Service “Petite Fleur” gesucht. Schuld daran waren die vielen schönen Mug Rug Bilder in den Foren. Dadurch kam mir nämlich die Idee, das schon lange im Schrank verstaubende Service wieder zu aktivieren: Allein, mir fehlten die entsprechenden Tischsets, denn meine geliebten bunten und fröhlichen Farben harmonieren damit nicht.
Das Problem bei der Internetsuche ist nur die Farbtreue: Ein Stoff von Helen, der mir auf dem Bildschirm gut gefiel, passte in Natura überhaupt nicht. Guter Rat war teuer.
Dann flatterte mir der schon erwähnte Flyer ins Haus, dass es in der Nähe Stoffe für den halben Preis gäbe, da bin ich dann los und habe dort geguckt.
Der Laden hatte genau den Blümchenstoff, der zu meinem Service passt, und weil der mir zu unruhig war, fand ich noch einige schöne Beistoffe dazu. Weil es so schön günstig war, habe ich gleich Stoff für 12 Sets und einen Tischläufer erstanden. Ein Muster hatte ich auch schon im Kopf, nicht sehr anspruchsvoll, aber für diesen Zweck sehr passend.
Tja, heute nach dem Frühstück habe ich die Horizon angestellt und zum Kaffee war dann alles fertig:
Die “Nähmaschine” ist übrigens eine Teekanne, Handarbeit aus einem Porzellanatelier irgendwo in Cornwall, ein Souvenier aus dem letzten Englandurlaub.
Hier nochmal ein Set allein zum genaueren gucken: Ich überlege jetzt nur noch, ob ich die Mitte wirklich ungequiltet lasse. Ich habe etwas Angst, dass durch das Quilten das Muster des Stoffes nicht mehr wirkt und alles zu unruhig wird. Bis jetzt habe ich nur im Nahtschatten abgenäht, ansonsten noch nichts gequiltet. Fragt sich nur, wie sich die großen ungequiltetetn Flächen von Set und Tischläufer beim Waschen verhalten werden.
| Meine fünfzehnjährigen männlichen Nähanfänger haben sich zunächst auf Papier geübt. Die Aufgabe war, aus Werbeanzeigen in Zeitschriften verrückte Gesichter zu kombinieren und die Einzelteile im Zickzack zusammen zu nähen. Ich habe diese “Kunstwerke” dann laminiert, damit sie stabil genug sind um als Bild zu dienen. Sehen die Ergebnisse nicht super aus? |
| Hier mal eine Schwarz-Weiß-Collage.. |
| Sehen die Ergebnisse nicht super aus? |
| Fortsetzung folgt: Und danach geht es dann mit anderen Materialien weiter. |
Süße Leckereien ganz ohne Kalorien:
Das Stickbild von Ursula Schertz aus dem Patchworkmagazin 2/2010
und Streifen aus Westfalenstoffen,
die zum Glück schon in meinem Vorrat schlummerten,
fügen sich zusammen zu einer Hülle um einen Din A 4 Ordner
(Anleitung aus demselben Magazin wie oben)
für eine Sammlung von leckeren und leider nur wenig kalorienarmen Kuchenrezepten
und alles zusammen ergibt ein Ostergeschenk
für eine nette junge Dame,
die sich hoffentlich gleich darüber freuen wird...
(außerdem konnte ich mal wieder eine Auswahl von Stickstichen meiner Janome anwenden, die ich sonst sehr selten brauchen kann)
| Einmal die Woche müssen sich 14 “große Jungs” zwischen 15 und 17 Jahren mit mir und der Textilgestaltung 90 Minuten lang abquälen. Es ist nicht immer leicht, eine Arbeit zu finden, die sie nicht überfordert, da sie kaum Vorwessen haben, und die ihnen dann aber auch noch Spaß macht. |
| Nachdem wir eine Zeit lang verschiedene Dinge nassgefilzt hatten, meinten sie dann aber doch, dass ihre Hände jetzt sauber genug seien und sie endlich einmal etwas anderes tun wollten. Ein paar Jungs wussten allerdings keinerlei Alternativen, andere aber entschieden sich für das Nähmaschinennähen. Im alten Jahr war nicht mehr sehr viel Zeit, also suchte ich etwas Witziges und schnell zu Nähendes aus: sie sollten sich quasi selber nähen: Kleine Revoluzzer-Monster, deren Anleitung ich für sie abgewandelt habe. (Für schulische Unterrichtszwecke ist so etwas mit Angabe der Quelle zum Glück erlaubt, weil das ja kein kommerzieller Zweck ist) |
| Etwas gemischte Gefühle hatte ich ja, was die Herren zu meiner Auswahl sagen würden: Aber sie waren total begeistert als ich ihnen mein Muster-Monster zeigte und ihnen erklärte, was genau ich von ihnen wollte. Natürlich haben sie eigene Ideen eingebracht, die Gesichter anders gestaltet oder sogar die Form völlig verändert. Das war aber auch angestrebt und gewollt, denn reines Reproduzieren ist ja nicht der Zweck so einer Übung. |
| Heute nun sind wir fertig geworden. Sie waren total begeistert, als sie ihre Monster zum Fotografieren aufstellen durften. Bis der Letzte seinen Revoluzzer fertig hatte, haben die anderen mit ihren Figuren doch glatt angefangen zu spielen ;-))) Manno, und dabei wollen sie doch immer schon sooooooooooooo erwachsen sein! Ich könnte mich kringeln und freue mich riesig, dass ich die Ader der Jungs so gut getroffen habe. Leider lässt die nähtechnische Ausführung in manchen Fällen ziemlich zu wünschen übrig, aber ich habe ein paar Leutchen dabei, die noch nie an einer Nähmaschine gesessen haben und / oder noch nie eine Nähnadel in der Hand hatten, geschweige denn damit nähen mussten und dann sollten sie auch noch gleich den Matratzenstich beherrschen…. ;-))) Dafür sind die Viecher aber ganz schön geworden, oder? |
| Hier eine kleine Auswahl unserer “Arbeits”ergebnisse: |